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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... sofort als Japaner zu erkennen. Er konnte wirklich nur beten, keinen koreanischen Soldaten in die Hände zu fallen. Selbst die vielen Flüchtlinge, welche nun auf der Straße unterwegs waren, wären eine Gefahr für ihn. Er durfte keineswegs riskieren, eine Pause zu machen, sondern musste durchreiten. Bei Einbruch der Dunkelheit würde er sich irgendwo im Gebüsch verstecken, und auf das Tageslicht warten müssen, falls er es bis dahin nicht zur Brücke schaffte. Und Taka hatte ihm eingeschärft, so schnell wie möglich zu reiten. Würde er später als in zwei Tagen mit der Eskorte zurück sein, würde es Yoshimoto den Kopf kosten. Das zusammen war eigentlich schon Ansporn genug. Doch trotzdem ritt er gerade so schnell, dass er nicht in die Gefahr zu geraten drohte, vom Pferd zu fallen. Das blöde Tier hatte ihn immerhin schon einmal abgeworfen. Im Laufe des Tages wurden seine Reitfähigkeiten jedoch immer besser, fand er. Und sein Hintern immer mehr wundgeritten. Wieder einmal beugte er sich vor, um seinen schmerzenden Hintern zu entlasten. Abgelenkt von seinen Schmerzen begriff er zu spät, was er vor sich auf der Straße sah. Mit geweiteten Augen ritt er an dem gesuchten Mann vorbei, welcher nun in Begleitung zweier weiterer Männer auf der Straße in Richtung Süden unterwegs war. Und sie führten das gestohlene Pferd am Zügel. Yoshimoto trat seinem Pferd in die Flanken und eilte im Galopp vorbei, bevor sie sich von ihrer Überraschung erholt hatten. Weil sie selbst so ...
... laut unterwegs waren, nicht nur ihre Schritte, sondern auch das Klappern der Pferdehufe neben sich, hörten De-Yong und seine Männer den sich von hinten nähernden Reiter zu spät. Die ganze Zeit hatten sie immer nur aufmerksam nach vorne geschaut, um keiner japanischen Patrouille in die Arme zu laufen. An die Japaner in ihrem Rücken hatten De-Yong keinen weiteren Gedanken verschwendet. Immerhin waren die ja mit einer Sänfte unterwegs und gewiss weit hinter ihnen. Nun plötzlich war aber ein Japaner neben ihnen. Überrascht starrten sie sich an. Durch aufsteigende Panik erholte sich der unbewaffnete Japaner zuerst von der Überraschung, und trieb sein Pferd zur Flucht nach vorne an. De-Yong fluchte lauthals. Er hatte sein Gepäck auf das Pferd geschnallt. Das nun abzunehmen hätte viel zu lange gedauert. Sehr zur Verblüffung seiner Männer, spurtete er kurz entschlossen dem Flüchtenden hinterher. Yoshimoto klammerte sich an das wild galoppierende Pferd fest, und betete, nicht abgeworfen zu werden. Sein schmerzender Hintern war in diesem Moment vergessen. Hoffentlich würden sie nicht hinter ihm her reiten. Er riskierte einen Blick zurück, ob er schon verfolgt würde. Durch das Auf und Ab war es nicht leicht, etwas zu erkennen. Als er jedoch endlich begriff, was er hinter sich sah, klappte sein Unterkiefer herunter. Der gesuchte Koreaner war hinter ihm her. Aber nicht etwa zu Pferd, sondern zu Fuß. Und der schaffte es, dass der Abstand nicht größer ...