1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... Schmerzen in ihrem Gesicht. Die Seide ihres Ärmels schützte die Haut nicht ausreichend vor dem gefährlichen Kraut, mit denen die Räucherstäbchen getränkt waren.
    
    Kaum im Raum des Generals angekommen, öffnete sie das Fenster und warf die Stäbchen in die Hecke davor. In ihrer Handfläche zeigten sich leichte Brandflecken.
    
    Mit dem letzten Donnerschlag schien das Unwetter sich erschöpft zu haben. Der Regen begann nachzulassen, und der Wind trieb die Wolken vor sich her. Innerlich fluchte Yun. Ein stilles Haus würde nun alles schwieriger machen. Sie wand sich vom geöffneten Fenster ab. Sie würde es noch einige Momente offenlassen, um den Geruch der Kohlebecken, welche für etwas Wärme im Haus sorgten, zu verringern.
    
    Langsam zog sie ihre Haarnadeln heraus, welche ihre Frisur hochgesteckt hielt. Im Bett des Generals waren solche spitzen Gegenstände nicht erlaubt. Nicht dass sie solche Waffen nötig hätte. Das innere Feuer in ihr brodelte und wollte nach Außen, doch sie zügelte es.
    
    „Gleich!", flüsterte sie leise, sich selbst zur Geduld mahnend.
    
    Die Tür wurde aufgeschoben, und der lächelnde General betrat den Raum. Plötzlich erlosch sein lächeln, und es zeigte sich Verblüffung in seinem Gesicht.
    
    Yun folgte seinem Blick zum Boden, wo ihr Schatten, im Licht des schwachen Halbmonds, durch das offene Fenster geworfen wurde. Eine Wolkenlücke hatte sich aufgetan, und ließ nun genügen Mondlicht durchscheinen, um ihre wahre Natur zu offenbaren: Ihr Schatten hatte sieben ...
    ... Schwänze!
    
    Es dauerte überraschend kurz, bis Sakuraba sich fing und sein Schwert zog. Im gleichen Moment sprang Yun ihn schon an, einen Feuerschweif hinter sich her ziehend.
    
    Das Schwert durchschnitt noch im Ziehen eine Feuerlohe, bevor es aus den kraftlosen Händen des Generals fiel.
    
    Durch die seltsamen Geräusche alarmiert, stürmten zwei Leibwächter in den Raum, wo sie zu ihren entsetzen sahen, wie eine feurige Gestalt knisternd das Blut aus dem Hals des Generals saugte.
    
    Geistesgegenwärtig konnte der eine Samurai noch rufen, während er sein Schwert zog.
    
    * * *
    
    Im ersten Moment zuckte De-Yong zusammen, als er den Samuraioffizier im Raum erkannte, wandte sich dann aber mit klopfenden Herzen ab und folgte den beiden anderen Musikern nach draußen. Bevor sie allerdings den Ausgang erreichten, entschuldigte er sich, dass er was vergessen hätte, und ging noch einmal zurück. An der Gangkreuzung wandte er sich nach rechts, zu den angegebenen Räumlichkeiten.
    
    Leise schlich er zur zweiten Tür. Durch einen kleinen Spalt versuchte er, in den Raum zu blicken.
    
    Er erkannte zwei, offensichtlich gelangweilte Wachen, welche am Boden knieten und sich leise unterhielten. Sie saßen sich gegenüber, und konnten sowohl den Eingang als auch den Kopf sehen, sobald sie ein wenig zur Seite blickten.
    
    De-Yong stellte leise die Trommel ab und zog die Sake-Flasche aus dem Umhang hervor. Großzügig übergoss er sich damit und nahm auch ein wenig in den Mund. Dann ergriff er wieder die Trommel, ...
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