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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... atmete zweimal tief durch, und schob dann ruckartig die Tür auf. Sofort sprangen die Samurai alarmiert auf. Sie zogen nicht sofort ihre Schwerter, sondern schauten erst, wer dort die Tür geöffnet hatte. De-Yong wankte herein, blieb offensichtlich verwundert stehen, und schaute sich mit blinzelden Augen um. Er nahm nicht an, dass die Männer Koreanisch verstanden, trotzdem sprach er, stark wie ein Betrunkener lallend. „Wo sind denn alle hin? Alle haben mich alleine gelassen! Wo ist der Ausgang?" Er trat einen Schritt weiter hinein, drehte sich etwas, und kippte nach hinten über. Die Samurai entspannten sich etwas und verzogen angewidert ihr Gesicht. De-Yong verstand nicht, was sie sagten, konnte es sich aber denken. Mühevoll versuchte er vergeblich, wieder hochzukommen. Schließlich wurde es dem einen Wächter zu viel. Er trat heran und griff De-Yong unter die Arme, um den vermeintlich Betrunkenen vor die Tür zu setzen. Als er einen unglaublichen Schmerz in seinem Bauch verspürte, begriff der Mann zu spät, dass er getäuscht worden war. Verwundert blickte er auf sein eigenes Kurzschwert, was in seinem Bauch steckte, dann sank er zu Boden, unfähig noch irgendwas zu sagen. De-Yong hielt sich nicht mit dem Sterbenden auf. Mit seiner zweiten Hand zog er das Katana des Mannes und schlug mit einer Körperdrehung auf den zweiten ein. Doch der wich zurück. Plötzlich erscholl in De-Yongs Rücken ein Warnschrei. * * * Als Yun in Richtung des Schlafraumes ...
... des Generals huschte, traf sie Teiko an, welche gerade in die gleiche Richtung unterwegs war. „Oh, Dame Akera, so spät noch arbeiten?" Teiko lächelte wissend. „So wie ihr, Dame Ahri. Wie es scheint, haben wir das gleiche Ziel." „Ist das so?", fragte die Angesprochene, mit etwas zweideutigem Unterton. Verwirrt starrte Teiko die Unterhaltungskünstlerin an. „Aber sicher. Ich werde auf meine Art für angenehme Träume des Generals sorgen, ihr auf eure Art!" Yun nickte leicht mit dem Kopf, das spöttische Aufblinzeln ihrer Augen dadurch verbergend. „Aber es ist recht spät für eure Aufgabe. Der General wird jeden Moment folgen. Er könnte erzürnt sein, wenn er euch jetzt noch in seinen Räumlichkeiten antrifft, wo er mich alleine erwartet." Teiko schluckte. Sie hatte hinter einer Trennwand verborgen, durch einen Spalt, der zu eben solchen Zwecken in der Wand war, die Aufführung verfolgt, und völlig die Zeit vergessen. Erst viel zu spät war ihr eingefallen, was sie noch zu tun hatte. Solche Pflichtvergessenheit würde der General keineswegs durchgehen lassen. „Ich habe meine Tänze und Gebete bereits erledigt!", log sie schnell. „Ich möchte nur noch die Räucherstäbchen mit dem Kraut zur Dämonenabwehr entzünden!" „Dann übergebt sie doch einfach mir. Ich werde das schnell erledigen, und ihr kommt dem General nicht mehr unter die Augen!", bot die Liebeskünstlerin großzügig an, dabei verschwörerisch lächelnd. Teiko zögerte. Das war ihre Aufgabe. Andererseits ...