1. Antike Sklavenphantasien. Bacchanal


    Datum: 17.03.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... vorüber war, ging das Fest weiter und es wurde wieder auf der Straße getanzt.
    
    Lucius und der Nachbar wollten ihr Glücksrad noch einmal in Betrieb nehmen und beschlossen die Partner zu tauschen. Zuerst sollte Oswin es mit Marianne machen. Malte und Hiltrud mussten von der Bühne, sich dahinter stellen, dort warten bis sie an der Reihe waren und den beiden anderen zusehen.
    
    Oswin war stinksauer. Sicher, Marianne war eine schöne, junge Frau, begehrenswert und attraktiv, aber Hilli war seine Liebste und er hätte es viel lieber noch einmal mit ihr gemacht. Dass sie es gleich mit Malte machen soll, war ihm lieber als zuschauen zu müssen, wie sich der geile Brutus oder alte Lucius an ihr vergingen.
    
    Jetzt stand er neben der nackten Marianne auf der Bühne und hatte den Befehl, siech steif zu machen. Er hatte Schwierigkeiten, ihn hochzubringen, während eine Dame bereits am Rad drehte. Das Rad knatterte, die Frau lachte verzückt und stieß es weiter an. Sie drehte und lachte und drehte.
    
    Auch Lucius, sein Nachbar und die anderen fanden es komisch und lachten. Dann reckte Lucius die Arme nach oben, hielt in einer Hand ein langes Messer, rief in den Himmel: „Bacchus, ich komme!" und stieß sich den Dolch in die Brust.
    
    Marianne schrie und klammerte sich an Oswin. Die Römer brachen in schallendes Gelächter aus und machten es Lucius nach. Fröhlich lachend erstachen sie sich selbst und gegenseitig. Hiltrud rief entsetzt: „Oh meine Götter, sie sind verrückt geworden!" Schnell ...
    ... flüchteten die vier Sklaven ins Haus und verbarrikadierten die Tür. Sie hatten als einzige nicht von dem Wein des Apothekers getrunken und sind von dem Wahnsinn verschont geblieben.
    
    Ihnen war sofort klar, das ist ihre Chance um abzuhauen. Schnell rannten sie durchs Haus, zogen sich gute Sachen an, suchten alles, was sie gebrauchen konnten, zusammen und luden es auf die Karre. Auch Lucius Schatzkiste nahmen sie mit und verschwanden durch die Hintertür.
    
    Noch bevor es dunkel wurde, schafften sie es vor die Tore der Stadt. Die erste Nacht in Freiheit verbrachten die beiden Liebespaare in einem Heuhaufen und hatten zum Schlafen keine Zeit. In den nächsten Tagen kannten sie nur eine Richtung und kamen gut voran.
    
    Hinter den Bergen gelangten sie an den großen Fluss, der weiter oben im Norden die Grenze zu Germanien war. Hier trafen sie ein wanderndes Volk. Mehrere hundert Menschen, ganze Familien mit Tieren, Sack und Pack waren auf dem Weg in ein neues Siedlungsgebiet.
    
    Es waren alles Germanen, aber aus unterschiedlichen Stämmen und Regionen. Ihnen gemeinsam war, dass sie alle aus ihrer Heimat vertrieben worden sind. Auch Leute aus Oswins und Hiltruds Stamm waren dabei. Sie berichteten, dass sie vor plündernden und brandschatzenden Reiterhorden aus dem Osten fliehen mussten.
    
    Angeführt wurden sie von Friedbert, dessen Stammesgebiet von den Römern beansprucht wurde. Er hatte mit ihnen verhandelt und vereinbart, dass sie den Römern ihr Land kampflos überlassen und dafür an einer ...