1. Verenas Anfang


    Datum: 08.04.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,

    ... aggressiver Genauigkeit. Als könnte ich etwas entfernen, das tiefer sitzt als jede Spur auf der Haut.
    
    Vor dem Spiegel wähle ich heute bewusst eine hochgeschlossene Bluse. Hellblau. Seriös. Dazu wieder Jeans -- wie immer. Ich binde mein Haar zum Zopf, das Pony ordentlich, das Make-up dezent, wie immer. Ich sehe aus wie Verena. Und fühle mich doch wie jemand anderes.
    
    Der Weg vom Parkplatz zum Eingang fühlt sich länger an als sonst. Ich grüße die derzeitige Empfangsdame, eine Azubine, wie ich es einmal war, zu freundlich, sage "Guten Morgen" zu laut. Die Kollegen im Großraumbüro nicken mir zu. Einige lächeln. Andere flüstern. Ich weiß, dass es nicht nur um mich geht. Es geht um ihn. Um uns.
    
    Das Getuschel ist nicht neu. Aber heute brennt es in meinen Ohren wie ein Echo der Nacht.
    
    Ich setze mich an meinen Platz. Öffne den Laptop. Tue so, als wäre alles wie immer. Als hätte ich nicht gestern noch auf Knien vor meinem Chef gesessen und seinen Schwanz gelutscht. Sein Sperma geschluckt. Ich spüre meine Hände zittern, als ich den ersten Kaffee eingieße. Der Becher ist fast zu schwer. Ich trinke trotzdem.
    
    Und dann... höre ich seine Schritte.
    
    Er kommt herein wie immer. Schwarzes Sakko, Hemd ohne Krawatte, Laptop unterm Arm. Lächelt hier, nickt da, macht einen kleinen Witz über das Wetter. Ich beobachte ihn aus dem Augenwinkel. Er sieht mich. Natürlich sieht er mich. Aber er geht weiter. Keine Pause. Kein Zeichen. Kein Moment.
    
    Er tut, als wäre nichts ...
    ... passiert.
    
    Und ich? Ich sitze da. Mit trockenem Mund und pochendem Herzen. Und frage mich, was schlimmer ist: dass er nichts sagt -- oder dass ich es fast erwartet habe.
    
    Und wieder diese Tür
    
    Es vergehen Tage. Vielleicht Wochen.
    
    Ich weiß es nicht genau. Zeit verschwimmt, wenn man wartet. Oder hofft. Oder beides gleichzeitig tut, ohne es zuzugeben.
    
    Er spricht nicht darüber. Kein Wort. Keine Anspielung. Kein Blick, der länger als nötig verweilt. Er ist ganz der Chef -- freundlich, bestimmt, charmant. Und ich bin wieder die Assistentin, pünktlich, organisiert, unauffällig. Er nennt mich dritten gegenüber immer „seine Referentin", weil das seiner Meinung nach emanzipierter klingt. Die Gespräche drehen sich wieder um Lieferfristen, Budgetzahlen, Kunden.
    
    Und doch liegt immer etwas in der Luft. Eine elektrische Spannung zwischen uns, die sich niemand erklären könnte -- außer uns.
    
    Ich ertappe mich dabei, wie ich auf seine Schritte im Flur lausche. Wie ich mich unbewusst aufrechter hinsetze, meine kleinen Brüste herausstrecke, wenn er den Raum betritt. Wie ich die Gespräche mit ihm länger als nötig ausdehne, obwohl jedes Mal mein Herz rast. Ich hasse mich ein bisschen dafür. Aber ich tue es trotzdem.
    
    Das Monatsende
    
    Es ist später Nachmittag, der Rest des Büros leert sich wie von selbst. Eine Kollegin verabschiedet sich mit einem Zwinkern -- „Na dann, schönes Wochenende!". Ich nicke, lächle, tippe weiter, als hätte ich noch wahnsinnig viel zu tun.
    
    Ich weiß, dass er noch da ...
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