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Onkel Roberts Tagebuch
Datum: 13.04.2026, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus
... setzte, blickte ich aus dem Fenster. Hinter den Häusern verschwand langsam der Kirchturm meines Heimatortes. Ich hatte das Gefühl, mein altes Leben löse sich wie ein heller Faden aus meinem Kopf, während der Zug mich unaufhaltsam in ein neues, dunkleres Kapitel zog. Wir standen wie angewurzelt, während ein paar Unteroffiziere uns musterten. Ich hatte das Gefühl, ihre Blicke durchdrangen uns wie Nadeln, auf der Suche nach Schwäche. Wir bekamen die Schlafplätze zugewiesen – schmale Pritschen in einem stickigen Schlafsaal, zwanzig Mann auf engstem Raum. Die Fenster schlossen nicht richtig, der Boden roch nach kaltem Rauch und einer Mischung aus Schweiß und Bohnerwachs. Ich hatte Mühe, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass dies für die nächsten Monate mein Zuhause sein sollte. Schweighausen, 14.Mai 1944 Am nächsten Morgen, noch bevor es ganz hell war, heulte eine Pfeife. Wir sprangen aus den Betten. Draußen im Hof mussten wir in Reih und Glied antreten. Durch die feuchte Morgenluft marschierte ein Unteroffizier mit hölzernem Gang auf uns zu. Er war ein hagerer Mann, vielleicht kaum älter als dreißig, mit eingefallenen Wangen. Eine lange, vernarbte Linie zog sich von der Schläfe über den Hals unter den Kragen. „ Unteroffizier Reimers. Ab heute bin ich euer Ausbilder.“ Er musterte uns, einen nach dem anderen. In seinem Blick lag etwas, das schwer einzuordnen war – Härte, Müdigkeit, vielleicht auch Verbitterung. „Ihr seid Kinder“, sagte er schließlich, ohne ...
... den Versuch, es zu verbergen. „An der Front brauchen sie Männer. Also mache ich in den nächsten Wochen aus euch welche.“ Seine Stimme klang heiser, fast brüchig, doch jeder von uns spürte, dass er es ernst meinte. Später erfuhren wir, dass er an der Ostfront schwer verwundet worden war. Mehr sagte er nie dazu. Wir begannen mit endlosen Marschübungen. Immer im Gleichschritt, immer auf Kommando. Die Stiefel drückten, die Sonne brannte, und meine Beine fühlten sich bald an wie Holz. Reimers brüllte uns an, wenn wir aus dem Takt fielen – aber auf eine merkwürdige Weise schien er uns weniger verächtlich zu behandeln als mancher andere Unteroffizier. Vielleicht, weil er wusste, wie schnell ein junger Soldat brechen konnte. Nach einigen Tagen erhielten wir unsere Gewehre. Karabiner 98k – schwer, kalt, und für uns Jungen kaum zu bändigen. Als wir zum Schießstand geführt wurden, klopfte mein Herz so laut, dass ich glaubte, die anderen müssten es hören. Der Qualm von Pulver und Öl lag in der Luft. „Scharfe Munition! Keine Dummheiten!“ rief Reimers. Ich legte das Gewehr an, spürte das harte Holz an der Schulter und zielte auf die dunkle Scheibe in der Ferne. Als ich abdrückte, riss es mir den Arm nach hinten, und meine Ohren dröhnten. Der Schuss hallte in mir nach wie ein Donnerschlag. Ich senkte das Gewehr und sah die anderen an. Einige grinsten nervös, andere starrten nur geradeaus. Mir wurde klar, dass dies keine Übung für einen Ausflug war. Das hier war die ...