-
Onkel Roberts Tagebuch
Datum: 13.04.2026, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus
... Vorbereitung auf etwas, das jenseits unserer Vorstellung lag. Als wir zurück in die Baracke marschierten, begann es zu dämmern. Der Himmel färbte sich rot – ein unheilvolles Rot, wie ich fand. Ich wusste nicht, ob ich den morgigen Tag fürchten oder vergessen sollte. 15.Mai 1944 Am nächsten Morgen traten wir erneut im Hof an. Reimers sah unausgeschlafen aus, doch seine Kommandos waren schärfer als sonst. „Heute geht’s in den Wald. Gefechtsübung. Und hört gut zu: Die Franzosen mögen offiziell besiegt sein, aber überall da draußen lungern Widerständler herum. Partisanen. Ihr seid wachsam – oder ihr seid tot. Klar?“ Ein Murmeln ging durch die Reihen. Ich wusste nicht, ob es Angst war oder jugendliche Aufgeregtheit. Vielleicht beides. Wir marschierten los. Der Wald lag nur wenige Kilometer entfernt, ein dichter Mischwald, der im Morgenlicht beinahe friedlich wirkte. Doch Reimers hatte uns seine Warnung tief genug ins Hirn gehämmert, sodass jeder Schatten zwischen den Bäumen bedrohlich erschien. Nach einer kurzen Einweisung schwärmten wir in kleinen Trupps aus. Ich wurde zusammen mit Kamerad Weber, einem stillen Jungen aus dem Nachbarort, eingeteilt. Wir sollten uns in einer Senke verschanzen und auf Signale warten. Der Boden war feucht, die Luft schwer von Blütengeruch und Harz. Wir lagen dicht nebeneinander in einer flachen Grube zwischen Farnen und Wurzelwerk. Zunächst war ich angespannt, doch mit der Zeit drängte ein ganz anderes Problem in den ...
... Vordergrund: ein stechender, dringlicher Druck im Unterbauch. Ich versuchte es zu ignorieren, doch es wurde rasch unerträglich. „Weber… ich muss mal weg. Dringend.“ Er verdrehte die Augen, nickte aber. „Mach schnell. Und bleib leise.“ Ich kroch aus der Grube, lugte kurz nach allen Seiten und schlich dann ein Stück tiefer in den Wald. Das Gefühl, beobachtet zu werden, wich nicht. Jeder Astknacks ließ mich zusammenzucken. Schließlich fand ich ein kleines Bächlein, kaum mehr als ein Rinnsal, das zwischen Moossteinen murmelte. Es wirkte friedlich, harmlos – eine kurze Oase inmitten der Anspannung. Ich lehnte mein Gewehr an einen Baumstamm, zog hastig die Hose herunter und hockte mich. Eine große braune Wurst verließ meinen Darm und klatschte dampfend ins Laub. Die Erleichterung war überwältigend, und für einige Sekunden vergaß ich alles um mich herum – den Krieg, Reimers’ Warnungen, sogar Weber, der auf mich wartete. Als ich wieder aufsah, blieb mir der Atem stehen. Nur wenige Schritte entfernt stand ein Junge. Vielleicht zehn, höchstens elf Jahre alt. Mager, barfuß, die Kleidung zerschlissen. Doch in seinen Händen hielt er mein Gewehr – und es war direkt auf mich gerichtet. Ich wusste nicht, wie lange er dort gestanden hatte. Sein Gesicht war schmutzverschmiert, die Augen weit aufgerissen – nicht böse, sondern panisch, wie ein Tier, das in die Enge getrieben wurde. Mir schoss der Satz Reimers’ durch den Kopf: „Das Gewehr ist die Braut des ...