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Onkel Roberts Tagebuch
Datum: 13.04.2026, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus
... Soldaten. Man gibt es niemals aus der Hand.“ Zu spät. Ich hob langsam eine Hand. „Hör zu… ich tu dir nichts. Lass uns einfach—“ Der Knall riss die Worte mitten entzwei. Ein greller Blitz durchzuckte meine Wahrnehmung, dann ein brennender Schmerz im linken Oberschenkel, so heftig, dass mir die Luft wegblieb. Die Welt kippte. Ich sah noch das entsetzte Gesicht des Jungen – und wie er in den Wald davonrannte, schneller als ich jemals einen Menschen hatte laufen sehen. Das Rauschen in meinen Ohren wurde lauter, dunkler. Die Farben um mich herum verschwammen. Ich fiel zur Seite, spürte kalten Waldboden an der Wange – und dann wurde alles schwarz. 15.Mai 1944 - Nachmittags Als ich wieder zu mir kam, war alles weich und warm. Für einen Moment glaubte ich, ich wäre tot – im Himmel, oder einem jener Paradiese, von denen die frommen Schwestern in der Schule gesprochen hatten. Doch dann stach es wie glühendes Eisen in meinen linken Oberschenkel, und die Wirklichkeit kehrte mit brutaler Klarheit zurück. Ich lag in einem Federbett. Ein richtiges Bett – nicht die Pritsche in der Kaserne, nicht der kalte Waldboden. Das Zimmer, das mich umgab, war klein und schlicht: eine niederere Holzdecke, ein Waschtisch mit einer Schüssel, eine Kommode, ein paar wackelige Stühle. Es roch nach Seife, Holzrauch und etwas, das an frisch gebackenes Brot erinnerte. Ich schluckte. Wo war ich? Langsam hob ich die Decke. Mein Oberkörper war noch in der Uniformjacke, aber ...
... mein Unterkörper lag nackt unter dem Laken. Ein dicker, sauber gewickelter Verband umschloss meinen Oberschenkel. Jemand hatte mir Stiefel und die Hose ausgezogen und die Wunde gereinigt – vielleicht sogar genäht. Ich konnte es nicht erkennen, doch der Schmerz pulsierte dumpf und stetig. Mit zitternder Hand fuhr ich über den Verband. Die Haut war heiß. Als ich mich bewegen wollte, zog ein stechender Schmerz bis in die Hüfte. Ich sank wieder zurück ins Kissen und versuchte, meine Gedanken zu ordnen. Da hörte ich ein leises Geräusch an der Tür. Ein Knarren, dann Schritte. Die Tür öffnete sich einen Spaltbreit. Es war der Junge. Der kleine, barfüßige Junge, der auf mich geschossen hatte. Er stand im Rahmen, die Finger am Holz, die Augen groß wie Teller. Sein Gesicht war gerötet, als wäre er lange gerannt. Für einen Moment erstarrten wir beide – ich vor Schreck, er vor Furcht. Dann machte er einen panischen Satz zurück, drehte sich um und rannte davon. Die Tür schlug hinter ihm zu. Ich blieb reglos liegen, unfähig zu rufen oder aufzustehen. Das Pochen in meinem Oberschenkel war zum Hämmern geworden. Ich war allein in einer fremden Bauernstube, halbnackt, verwundet, hilflos – und der einzige Mensch, den ich kannte, war ein Kind, das mich fraglos für seinen Feind hielt. Ich schloss die Augen und versuchte, ruhig zu atmen. Wer hatte mich hierher gebracht? Warum behandelte man mich – einen deutschen Soldaten – überhaupt? Und was würde passieren, wenn ...