1. Onkel Roberts Tagebuch


    Datum: 13.04.2026, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus

    ... meine Einheit nach mir suchte?
    
    Langsam sickerte ein unangenehmer Gedanke in mein Bewusstsein:
    
    Vielleicht war ich in den Händen französischer Zivilisten – oder schlimmer noch: Partisanen.
    
    Doch ich konnte nichts tun – außer warten.
    
    Ich lag noch immer reglos da, als sich die Tür ein zweites Mal öffnete – diesmal langsamer, vorsichtiger. Eine Frau trat ein, Anfang oder Mitte dreißig. Ihre Kleidung war schlicht, ein grobes Leinenkleid, das an den Ärmeln ausgeblichen war. Ihre Hände wirkten kräftig, vom Arbeiten gezeichnet, doch ihre Bewegungen hatten etwas Sanftes, Abgewogenes.
    
    Ihr Gesicht war von der Sonne gebräunt, ein paar Strähnen ihres dunklen Haars hatten sich aus einem Knoten gelöst und fielen ihr in die Stirn. Trotz der Müdigkeit in ihren Augen – oder vielleicht gerade deshalb – empfand ich sie als hübsch.
    
    Sie sagte nichts. Auch nicht, als sie die Schüssel mit Wasser auf den kleinen Waschtisch stellte und frische Verbände daneben ablegte.
    
    Mit einem knappen Blick zu mir trat sie ans Bett, griff nach der Decke – und schlug sie zurück.
    
    Ich fuhr erschrocken zusammen. Erst da erinnerte ich mich wieder daran, dass ich unter der Decke nackt war. Hitze stieg mir ins Gesicht. Instinktiv zog ich die Hand vor den Unterleib, die Wange brennend vor Scham.
    
    Die Frau hob leicht eine Augenbraue. Nicht spöttisch, nicht kalt – eher so, als wäre es die natürliche Reaktion eines Jungen, den sie pflegen musste. Dann schob sie meine Hand sanft, aber bestimmt zur Seite. ...
    ... Ihre Berührung war überraschend warm.
    
    Ich wollte protestieren, doch ihr Blick ließ keinen Raum für Einwände. Sie tat, was getan werden musste.
    
    Mit sicheren Fingern löste sie den alten Verband. Das Ziehen an der getrockneten Mullbinde ließ mich zischen. Unter dem Verband kam die Wunde zum Vorschein: ein tiefer Einschuss, rot, geschwollen, aber sauber. Es blutete nicht mehr.
    
    Sie beugte sich vor, tauchte ein Tuch in die Schüssel und begann, die Haut um die Wunde zu reinigen. Ihre Bewegungen waren ruhig, konzentriert, fast so professionell wie die einer Krankenschwester. Als sie das Wasser über die Wunde laufen ließ, biss ich mir auf die Lippe, um nicht aufzustöhnen.
    
    Da die Wunde relativ weit oben war, streifte Ihr Handrücken immer wieder die Spitze meines Gliedes. Doch sie verzog keine Miene, weder verlegen noch abwertend. Für sie war es offenbar nichts weiter als notwendige Arbeit.
    
    Ich fühlte mich plötzlich nicht mehr wie ein Soldat, nicht einmal wie ein Mann – eher wie ein verwundeter Junge, der zufällig in ihrem Haus gelandet war.
    
    Als sie die Wunde neu verband, straff und fachkundig, atmete ich vorsichtig aus. Der Schmerz ließ nach, zumindest ein wenig.
    
    Die Frau räusperte sich schließlich leise. „Ich bin Élise Baumann“, sagte sie auf deutsch mit französischem Akzent, während sie den frisch gewickelten Verband glattstrich. Ihre Stimme klang ruhig, doch unter der Oberfläche lag Furcht.
    
    Ich versuchte, mich ein Stück aufzurichten, doch mein Bein schmerzte ...
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