1. Onkel Roberts Tagebuch


    Datum: 13.04.2026, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus

    ... sofort, und ich sank zurück. Sprechen kostete Kraft, die ich gerade nicht hatte. Elise legte mir eine Hand auf die Schulter. „Bleib liegen“, sagte sie knapp. Dann setzte sie sich auf den Stuhl neben dem Bett und atmete tief durch.
    
    „Luc kam heute Morgen völlig aufgelöst heim. Weinend, durcheinander. Er sagte, er habe einen deutschen Soldaten angeschossen.“ Ihre Stimme wurde brüchig. „Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Aber ich konnte ihn nicht allein damit lassen.“
    
    Sie fuhr sich über die Stirn, als wollte sie einen aufdringlichen Gedanken vertreiben. „Wir sind in das Waldstück gegangen. Da lagst Du – blutend, bewusstlos. Es war klar, dass Du sterben wirst, wenn wir Dich dort gelassen hätten.“
    
    Ich schluckte schwer. „Warum… warum haben Sie mir geholfen?“
    
    Elise sieht mich lange an. „Weil ich schon genug Elend gesehen habe. Und weil mein Mann…“ Sie stockt. „Vor ein paar Wochen haben sie ihn abgeholt. Zwangsarbeit, vermutlich. Seitdem mache ich alles allein. Der Hof wartet nicht darauf, dass jemand Mitleid mit mir hat.“
    
    Ein müdes, kurzes Lächeln huschte über ihr Gesicht, doch ihre Augen blieben ernst. „Ich brauche eigentlich keine weiteren Schwierigkeiten. Und doch…“ Sie sah zu mir. „Manchmal tut man, was man tun muss.“
    
    Sie stand auf, ging zum Fenster und hob den Vorhang leicht an. „Die Situation ist gefährlich. Für uns beide. Vielleicht werden sie schon heute Abend jemanden losschicken, um nach Dir zu suchen. Ein Soldat, der verschwunden ist – das bleibt ...
    ... nicht unbemerkt.“
    
    Sie lies den Vorhang fallen. „Wenn man Dich hier findet, bin ich die Kollaborateurin. Und mein Sohn…“ Sie spricht nicht weiter.
    
    „Und für Dich“, fährt sie nach einer kurzen Stille fort, „wäre es nicht besser. Ein deutscher Soldat, angeschossen und verschwunden? Man wird von Desertion sprechen. Oder davon, dass Du zu uns überlaufen wolltest.“
    
    Sie blickte auf das Bett, in dem ich lag. „Ich habe Dich hierher gebracht, weil es der einzige Raum ist, den niemand betreten würde, wenn er nicht muss. Und weil Du einen Platz brauchtest, um überhaupt versorgt zu werden.“
    
    Ich spürte, wie verwundbar ich war – mehr noch als heute Morgen im Wald.
    
    „Was… was soll ich jetzt tun?“ frage ich leise.
    
    Elise verschränkt die Arme. „Nichts“, sagt sie. „Erstmal gar nichts. Es ist erst Nachmittag. Du musst überleben – das ist im Moment genug.“
    
    Der Durst brannte inzwischen in meinem Hals. Ich leckte mir die trockenen Lippen und räusperte mich. „Haben Sie… vielleicht etwas Wasser?“
    
    Elise nickte knapp und griff nach der Schüssel, die sie zuvor mitgebracht hatte. Daneben stand eine Tonkaraffe. Sie goß Wasser in einen Becher und reichte ihn mir. Ich trank gierig, beinahe zu schnell, und verschluckte mich. Elise nahm mir den Becher vorsichtig wieder ab.
    
    Kaum hatte die Kühle des Wassers sich in meinem Körper ausgebreitet, meldete sich eine andere Dringlichkeit. Ein leises Ziehen im Unterbauch, dann schwerer Druck. Meine Blase war voll – zu voll.
    
    Ich wollte nicht ...
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