-
Jessica, die entfesselte Ballkünstlerin!
Datum: 05.05.2026, Kategorien: Schamsituation
... sorgen, daß Du Dein kleines Geschäft bald dichtmachen mußt!"« Ich mußte mich extrem zusammenreißen, um nicht gleich in Tränen auszubrechen: »Aber ... aber ich habe nichts gemacht! Ich verstehe das nicht. Was erzählen die Leute denn?« »Jessica, das weiß ich nicht. Wie das nun einmal so ist – nichts Genaues weiß man nicht. Der eine erzählt dieses, der andere jenes ... jeder muß seine Wahrheit für sich alleine definieren. Das einzige, was ich gehört habe, ist, daß irgendetwas im Klubheim eures Fußballvereins vorgefallen ist und Du etwas damit zu tun hast!« Ich sah Viola entsetzt an und wollte eine wütende Antwort geben, als sie fortfuhr: »Jessica, das hier ist nicht Berlin, das ist ein Dorf! Jeder kennt hier jeden ... ich muß Dir nicht erklären, was das bedeutet!« Ich nickte nur, sagte dann: »Aber ... ich brauche doch das Geld. Und mein Vater verdient auch nicht viel in der kleinen Autowerkstatt ... was soll ich bloß machen?« »Warum seid ihr überhaupt aus der Großstadt in so ein kleines Nest gezogen?« »Um meinen Großvater zu pflegen. Er ist jetzt 92 und nicht mehr so gut beieinander. Nach seinem Tod erben meine Eltern das Haus. ... Ich will da aber nicht bleiben, ich baue mir lieber was eigenes auf!« Viola drückte liebevoll meine Hände: »Kleines ... ich gebe Dir einen guten Rat: verschwinde von hier und bau' Dir woanders etwas eigenes auf. Einige Leute hier, die schon seit Generationen in diesem Dorf leben, sind etwas ... seltsam. Es wird gemunkelt, daß bei ...
... denen der Stammbaum ... zum Kreis geworden ist. ... Aber egal, Jessica. Weißt Du, mir ist gleich, was da passiert ist ... und wenn ich es wüßte, würde ich Dich dafür nicht verurteilen. Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden! ... Aber ... ich habe nur den Laden! Vor drei Jahren bin ich endlich aus diesem beschissenen Franchise-Knebelvertrag herausgekommen, ich konnte mich freikaufen! ... Ja, reich werde ich damit nicht, aber ich habe mein Auskommen und bin mein eigener Herr! ... Es tut mir so leid, Jessica ... aber wie Du weißt, ist sich jeder selbst der Nächste ... und ich kann meine Existenz nicht wegen Dir auf's Spiel setzen!« Sie hatte recht, an ihrer Stelle hätte ich nicht anders gehandelt – handeln müssen! Ich räumte noch die Brote in das Verkaufsregal, Viola zahlte mir den kumulierten Lohn für den Monat in bar aus und übergab mir ein Entlassungsschreiben zur Vorlage für das Jobcenter. Tränenreich verabschiedeten wir uns, dann lief ich, in diesem Moment nur ein mentaler Schatten meiner selbst, zur Bushaltestelle! Kaum saß ich dort, kam mir schon Herr Büttner entgegen, ein freundlicher, pensionierter Schulrektor, der bei Viola immer seine Brötchen holte. Doch als er mich sah, blieb er wie angewurzelt stehen, sah mich an, als hätte ich die Beulenpest und wechselte demonstrativ die Straßenseite! 'Na toll', dachte ich, 'jetzt bin ich nicht nur die versaute Fußballhure aus dem Klub, sondern die Persona non grata des ganzen Dorfes! ... Wißt ihr was ... fickt euch ...