1. Demonstration


    Datum: 05.06.2026, Kategorien: Schamsituation

    ... und starrten mich an. Auf Blaulicht und Martinshorn wurde verzichtet, man wollte möglichst wenig Aufmerksamkeit.
    
    An dem Gebäude der alten Wache wies nichts mehr auf die Polizei hin. Auf dem Hof angekommen, zogen sie mir das T-Shirt wieder an. Dann wurden mir die Hände erneut auf den Rücken gefesselt, und auch die Fußschellen kamen wieder zum Einsatz. Mit Tippelschritten wurde ich in den Keller geführt. Dort befanden sich Zellen mit Gittertüren, und zuerst dachte ich, dass sie mich nun dort einsperren würden. Doch sie hatten andere Pläne.
    
    Wenig später war ich mit weit abgespreizten Armen und Beinen wie ein großes X an eine der Gittertüren gefesselt worden, wozu die Hand- und Fußschellen wieder Verwendung gefunden hatten. Auch der Knebel war weiterhin an Ort und Stelle. Mein T-Shirt hatten sie achtlos auf den Boden geworfen, einzig meine Strumpfhose, die mehr zeigte, als dass sie verbarg, und meine Schuhe hatten sie mir gelassen.
    
    Da stand ich nun und konnte mich kaum einen Zentimeter bewegen. Zwei Meter entfernt standen meine Peiniger, gafften mich an und sabberten. Meine Erregung war verschwunden und purer Angst gewichen. Das sah alles gar nicht gut aus.
    
    Sowohl die Polizisten als auch ich selber zuckten erschreckt zusammen, als Schritte auf der Treppe hörbar wurden. Ein weiterer Polizist betrat den Raum. Ihn zierte ein Schnurrbart, darüber hinaus hatte er ein paar mehr Sterne auf der Schulter als die anderen.
    
    „Kann mir mal bitte jemand erklären, was hier los ...
    ... ist?“, schnauzte er.
    
    „Wir haben …“, begann Frank lahm, brach dann aber ab.
    
    „Wer ist das?“, fragte der Schnurrbart und wies mit dem Kinn auf mich.
    
    „Sie hat Frank einen Stein an den Kopf geknallt“, erklärte der erste Polizist.
    
    Der Schnurrbart musterte mich von oben bis unten.
    
    „Sicher?“, fragte er.
    
    „Ganz sicher“, erwiderte der erste Polizist.
    
    „Zeig mal deine Bodycam“, forderte der Schnurrbart und streckte die Hand aus.
    
    Er holte einen Laptop aus seinem Rucksack, schloss die Bodycam daran an und sichtete das Material. Das dauerte ein paar Minuten, währenddessen blieb ich hilflos und entblößt gefesselt.
    
    „Du bist so ein gottverdammter Idiot“, fasste Schnurrbart seine Analyse zusammen. Er wies auf den Laptop. „Da ist sie. Da fliegt der Stein. Aber den wirft eine Person, die hinter ihr steht. Oder hat sie drei Arme?“
    
    Alle drehten die Köpfe und starrten mich an, als ob sie sicherheitshalber nachzählen wollten, über wie viele Arme ich verfügte.
    
    „Ja, nee“, sagte der erste Polizist schließlich dämlich.
    
    „Und im Übrigen: Was sollte das denn hier werden? Ist das jetzt das übliche Verfahren, wie mit einer Verhafteten umgegangen wird? Habe ich da eine neue Dienstvorschrift verpasst?“ Schnurrbart wies mit dem Kinn auf mich. „Und warum befinden wir uns eigentlich in einer nicht mehr aktiven Wache?“
    
    „Wie hast du uns überhaupt gefunden?“, fragte der zweite Polizist, womit er keine der Fragen vom Schnurrbart beantwortete.
    
    „Die Wanne hat ’nen GPS-Tracker, wie ...
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