1. Die Geschichte der Maya Klein 12


    Datum: 13.08.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... seine Uhr herunter. Sie hatte vierhundert Meter in 15 Sekunden zurückgelegt. Trotz Hindernisse.
    
    „Oh mein Gott!“ Hollmann wandte sich ab und sah sich um. So als ob er irgendwo eine Möglichkeit suchte, diesen Wahnsinn zu begreifen.
    
    Severin schüttelte nur sein Haupt, richtete seinen Blick auf den Zielpunkt und wollte langsam zu diesem hinübergehen, als die Frau nach zwei weiteren Minuten wieder auftauchte, mit zwei strampelnden GSG-9 Beamten unter ihren Armen. Die versuchten sich zu befreien, doch die Arme der jungen Frau hatten sich wie Schraubstockbacken um deren Rumpf gelegt.
    
    „Tut mir leid. Der eine wollte sich nicht fangen lassen“, bat Maya entschuldigend, sich mit den beiden Männern unter ihren Armen dem Ausbilder langsam annähernd.
    
    „Ich sollte Sie aufhalten? Sagen Sie mal, haben Sie noch alle?“, schimpfte Fuchow wie ein Rohrspatz. „Die hat mich kurz angeschnippt und ich habe ‚ne zehn Meter Furche durch den Parcours-Schlamm gezogen.“
    
    Frau Gollwig trat jetzt an Maya heran und bat sie darum, die beiden Männer runterzulassen.
    
    „Oh! Ja, na klar. Entschuldigung.“ Maya hatte Sorge, etwas falsch gemacht zu haben, und stellte die beiden Männer umsichtig auf die Beine.
    
    „Nicht ganz das Ziel der Aufgabe“, meinte Severin leise, „aber wir wollen mal fünf gerade sein lassen.“ Er räusperte sich.
    
    „Hollmann! Versuchen Sie wenigstens, die Ehre der Polizei zu retten.“
    
    Der große Mann schien sich nicht wohl damit zu fühlen, der Jugendlichen gegenübertreten zu ...
    ... müssen.
    
    Fuchow und Voss mussten sich sammeln. Sie hatten in den Griffen des Mädchens gerade so Luft zum Atmen bekommen und wären beide dabei beinahe ohnmächtig geworden. „Leg dich einfach hin, Holli, und klopf drei Mal. Besser so!“, riet der Kleinere.
    
    Hollmann biss die Zähne zusammen, ging in Kampfstellung und trat an das Mädchen heran. Erst versuchte er, sie zu greifen, um sie zu halten, in Zwang zu nehmen oder wenigstens zu werfen, doch wich sie jedem seiner Versuche aus. In dem Moment, wo er sich die Taktik überlegte und ausführen wollte, schien sie bereits seine Gedanken gelesen zu haben. Dabei glichen ihre Reaktionen einer Katze. Egal, was er anstellte, sie war schneller.
    
    Er fing an, nach ihr zu schlagen, doch wich sie ihm auch hier aus, ohne Distanz zu ihm aufzugeben. Sie zermürbte ihn. Er fühlte, wie seine Kräfte schwanden. So nahm er jetzt seine Beine zu Hilfe, trat mit einem Frontkick nach ihr, doch machte sie einen Schritt zur Seite. Er fächerte mit dem anderen Bein zu einem mächtigen Axe-Kick nach, doch blockte sie sanft den Tritt, indem sie ihm mit ihrer rechten Hand die Energie nahm und dann wieder von ihm abließ.
    
    „Jetzt machen Sie doch mal ernst, Hollmann!“, brüllte Severin. Doch der Polizist ging auf Abstand, holte Luft und sah den Mann von der Landespolizei entgeistert an. „Versuchen Sie es doch selbst, verdammt!“
    
    Severin schüttelte seinen Kopf und trat an die Schülerin heran, die jetzt entspannte, nachdem der Nahkampfexperte auf Abstand gegangen war. ...
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