1. Die Geschichte der Maya Klein 12


    Datum: 13.08.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... Blicke, schritt weit aus und suchte die Wohnung des Freundes so schnell wie möglich zu erreichen. Manfred! Irre, was dieser Mann ihr in der kurzen Zeit alles beigebracht hatte. Vom Mehr-Sein als Scheinen bis Stille-Wasser-sind-tief. Tiefstapeln. Das war seine Superkraft. Hevi hatte sich in ihn verliebt. Sie sah ihn als das, was er war. Ein Mann, der sein Leben im Griff hatte und sich für die Menschen bereit war einzusetzen, die er mochte oder liebte. Es beruhigte sie zu wissen, dass auch sie zu diesen Menschen gehörte. Würde sie seine Hilfe nötig haben, würde sie diese von ihm erhalten. Es gab da bei ihr gar kein Fragezeichen. Das Besondere daran? Es verhielt sich bei anderen Menschen genauso und war nicht abhängig davon, wie diese aussahen oder was sie leisten konnten. Gut, er schwärmte für sie und machte daraus keinen Hehl, aber er würde deshalb niemals übergriffig oder respektlos werden. Ganz anders als dieser Affe, mit dem Sascha heute abhing.
    
    Can war schon da. Sie sah sein Auto auf der Straße. Hoffentlich ging er Manfred nicht zu sehr auf den Geist. Ihr türkischstämmiger Freund redete viel und konnte insgesamt sehr anstrengend sein. So trat sie besorgt an die Haustür, drückte auf den Klingelknopf und ließ sich von den Freunden öffnen. Schon an der Treppe fand sie Can stehen, weiße Sneaker, Bluejeans und Fliegerjacke, sah er ihr vom Kleidungsstil ziemlich ähnlich. Er breitete seine muskulösen Arme aus und deutete mit beiden Zeigefingern in ihre Richtung. „Chicka! Wie ...
    ... geht’s? Du schaust heiß aus, Baby!“ Er sah sie von oben bis unten an. „So viel Sex auf einem Haufen. Dass ausgerechnet dein Hungerhaken zwischen deine Beine darf, nervt mich echt. Ich gönn es ihm nicht, da will ich ehrlich zu dir sein.“
    
    Mayas Gesichtszüge erstarrten in diesem Moment. Can war wie immer in seinem Element und laberte einen Haufen Unsinn. „Du redest Müll, weißt du selber? Meine Tonne ist gleich voll, du Freak.“
    
    Er lachte und schloss sie in seine Arme. Mit seinen fast zwei Metern war der Unterschied zwischen ihnen nicht ganz so groß.
    
    „Komm! Gehen wir rein! Manfred hat sich auch schon fesch angezogen, dann können wir heute Abend Rocker spielen.“ Er ging wie selbstverständlich vor ihr zurück in die Wohnung und betrat das Arbeits- und Wohnzimmer, wo Manfred noch an seiner Computeranlage saß.
    
    „Bin gleich soweit. Noch eine kurze Anpassung und dann war es das.“
    
    In dem Moment, in dem Maya sein Zimmer betrat, stand er von seinem Gameseat auf. „Hallo Maya! Geht es dir gut?“ Er deutete auf den Tisch, wo Getränke und Snacks bereitstanden.
    
    „Magst noch was trinken oder essen?“
    
    Sie umarmte ihn, nahm sich tatsächlich einen Schluck Wasser, einen Donut und betrachtete den Freund genauer. Schwarzes Metall-T-Shirt, Lederhosen und ein breiter Gürtel – er sah wirklich ein wenig wie ein Biker aus. Zumal er jetzt auch schon schwere Boots an seinen Füßen trug.
    
    „Schick siehst du aus!“ Sie lachte. „Dreh dich mal!“
    
    Manfred sah verlegen an sich herunter. „Verarsch ...
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