1. Die Geschichte der Maya Klein 12


    Datum: 13.08.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... wenn er Mist baut“, riet Manfred.
    
    Maya nickte. „Habt ihr denn schon gestritten?“
    
    Der dicke junge Mann nickte. „Und ich habe anfangs immer klein beigegeben. War froh, wenigstens ihn als Freund gehabt zu haben. Aber irgendwann nahm er das als Selbstverständlichkeit und da hab ich es dann durchgezogen. Irgendwann kam er dann an und hat sich entschuldigt. Er ist in der Lage, sich selbst zu hinterfragen, manchmal muss man ihn einfach nur dazu zwingen.“
    
    „Und ihm sagen, dass er lernen soll, darf ich nicht?“, entgegnete Maya verwundert.
    
    Manfred verneinte. „Nee, lieber nicht. Da ist er stur.“
    
    Maya betrachtete den Freund nachdenklich, streckte ihre Hand nach der seinen aus und griff danach. Verwundert nahm Manfred die Geste an und sah zu ihr auf.
    
    „Du bist ein krasser Typ, Manne. Hevi hat das längst begriffen.“
    
    Maya war auf dem Nachhauseweg, als ihr Handy klingelte. War das Jeane? Sie rief, wenn sehr spät an, meistens dann, wenn sie einen langen Tag hinter sich gebracht hatte. Jetzt aber zeigte sich Saschas Bild im Display.
    
    „Ja?“, meldete sie sich mürrisch.
    
    „Wo bist du?“, fragte er zurück.
    
    „Komme gerade die Station hoch. Warum?“
    
    „Na, ich warte bei dir und wundere mich, wo du bleibst. Wo warst du?“
    
    „Bei meinen Nachhilfelehrern nicht, keine Sorge.“
    
    „Boah, kannst du nachtragend sein“, stöhnte Sascha auf.
    
    „Und du bist arschig, nur weil man sich um dich Sorgen macht? Als deine Freundin würde ich dir schon gerne meine Meinung kundtun dürfen, ohne ...
    ... dass du mich dumm anmachst.“
    
    „Du meinst so, wie ich bei der Polizei?“, fragte Sascha zurück.
    
    Maya lachte. „Hast du nicht? Ich hab sie mir angehört und eine Entscheidung für mich getroffen. Du warst damit einverstanden und hast mir sogar versprochen, mich zu unterstützen. Wo ist da der Vergleich, wenn ich dich bitte, dir mehr Mühe beim Lernen zu geben?“
    
    „Du hast dich angehört wie meine Mutter in diesem Moment“, gab er zurück.
    
    „Schon, aber es gibt da schon ein paar kleinere Unterschiede zwischen mir und Rosa, oder?“
    
    „Verstanden, okay? Komm her! Ich mag nicht, wenn wir uns streiten.“
    
    Maya hatte auch keine Lust, diesen Status zwischen ihnen aufrechtzuerhalten. Auch sie sehnte sich nach Ruhe im Kopf, gerade weil die nächste Zeit noch einmal turbulent werden sollte.
    
    „Bin gleich da.“
    
    Polizeilicher Eignungstest
    
    Am Folgetag gab es einen überraschenden Anruf von Frau Gollwig. Die Polizeirätin bat Maya um ein spontanes Treffen mit ihrem Ausbildungsleiter Herrn Serverin. Er wollte sich über ihre Möglichkeiten ein Bild machen, ohne dass andere Anwärter vor Ort waren.
    
    Gollwig hatte mit der Schule gesprochen, man würde Maya für den kommenden Donnerstag freistellen. Auf einem Übungsgelände der Polizeischule Köln würden an diesem Tag ihre körperlichen und mentalen Eigenschaften festgestellt und bewertet werden.
    
    Voller Aufregung hatte sie ihren Eltern von dem Anruf erzählt. Falk wäre gerne mitgekommen, doch hatte man hier gebeten, dass Maya von außen völlig ...
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