1. Die Geschichte der Maya Klein 12


    Datum: 13.08.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... habe Energieriegel dabei, doch wenn es wirklich anstrengend wird, werden sie nicht reichen.“
    
    Die Polizeirätin fühlte sich an den Bericht des Snackautomaten erinnert. Er musste alle zwei Tage aufgefüllt werden, weil die Kleine sich immer wieder daraus bedient hatte. „Du wirst in der Polizeikantine essen, Maya. Die Küche weiß Bescheid, dass da jemand kommt, der einen etwas größeren Hunger hat.“
    
    Das blonde Mädchen zeigte sich dankbar und lächelte. Hoffentlich lief alles gut. Sie hatte in diesem Moment echte Versagensängste.
    
    „Maya?“, Frau Gollwig legte ihre rechte Hand über den Oberschenkel ihrer Beifahrerin. „Ich weiß, dass dein Vater alles dafür getan hat, dass du dich mäßigst und zurückhältst, doch heute gibst du bitte alles! Alle Personen, die bei deinem Test vor Ort sind, stehen unter Eid. Es wird keine Handys geben, keine Kameras, alles, was du uns zeigst, dient einzig der Einschätzung deiner Möglichkeiten und deiner künftigen Ausrüstung.“
    
    „Sie versprechen es!“, hakte Maya sofort nach. Sie dachte dabei an ihren Vater.
    
    Gollwig nickte. „Ich schwöre es dir auf das Wohl meiner Familie, Maya. Du gibst uns einzigartige Möglichkeiten, Unrecht zu verhindern. Das werden wir nicht aufs Spiel setzen, indem wir riskieren, dass du deine Bereitschaft, uns zu helfen, wieder aufkündigst.“
    
    „Meinen Sie, ich werde auch einfachen Menschen helfen dürfen, wie dem dicken Mann?“, fragte Maya unsicher.
    
    „Das kann ich noch nicht sagen. Wir müssen sehen, wie du den Menschen am ...
    ... effizientesten helfen kannst. Das entscheidet die Einsatzleitung von Fall zu Fall.“
    
    Das Mädchen wirkte sofort gehemmt, Gollwig spürte das. Umso wichtiger war es, dass Wussow, Mankers und Böhme ein Auge auf sie hatten.
    
    „Was bedeutet denn effizient?“, wollte Maya wissen.
    
    Gollwig freute sich über das Interesse der jungen Frau.
    
    „Wenn du zum Beispiel zu einer Ruhestörung geschickt würdest, aber in einem Park ein Streit zwischen einer Gruppe Männer ausbricht und Gefahr für weitere Personen besteht.“ Frau Gollwig nickte ihr zu, dann setzte sie zu einem Überholvorgang an. „Mich freut es, dass es dir wichtig ist, das zu hinterfragen und auch ob du einfachen Menschen helfen darfst. Das spricht für deinen Charakter und deine Eignung für diesen Beruf.“ Eine Nachricht ging auf dem Handy der Polizeirätin ein, die sie sich im Display des Vans anzeigen ließ. „Es entscheidet jedenfalls immer das Gefahrenpotenzial einer Meldung und welche Einsatzkräfte in der Nähe sind und ob sie effizient helfen können.“ „Gehe ich ganz normal in eine Klasse, oder wie kann ich mir das vorstellen?“, fragte Maya weiter.
    
    „Es gibt Jahrgänge. Trotz der Fachoberschule werden wir aber deine Ausbildungszeit halbieren, um dich so schnell wie möglich in die Einsätze zu bringen. Du wirst gebraucht, Schatz. Dringend!“
    
    Sie verließen nach einer Stunde Fahrt die Autobahn und fuhren durch die Vorstadt Kölns.
    
    „Es gibt Viertel, z.B. auch hier in Köln, die auch für uns Polizisten mehr als gefährlich geworden ...
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