1. Giannis Traum


    Datum: 16.08.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,

    ... wachte auf und lag in einem Bett, mein Kopf dröhnte. Ich fasste an meine Stirn und fühlte einen Verband, auch trug ich jetzt zivile Kleidung. Mühsam raffte ich mich auf und erinnerte mich an die Schießerei im Wald, klar es könnten Jäger gewesen sein. Aber die schießen nicht mit Maschinengewehren. Wo war ich nur gelandet? Ich blickte im Zimmer umher, eine Kommode mit Spiegel, auf der eine Wasserkanne und Waschschüssel stand, ein Kleiderschrank, an der Wand ein kleines Holzkreuz mit der Jesusfigur - und ein Kalender, dessen angezeigtes Datum mir das Blut in den Adern gefrieren ließ: September 1943!
    
    Mit klopfendem Herzen stieg ich die Treppe runter, um das Mädchen zu suchen, sie müsste mir einiges erklären, obwohl ich mich dunkel erinnerte, dass Italien 1943 kapitulierte und Mussolini verhaftet wurde. Was hatte das aber mit unserer Insel zu tun? Ich ging raus in den Garten das Mädchen kniete in einem Beet und pflückte Tomaten, die sie vorsichtig in eine Holzkiste füllte, eine ältere Frau trieb eine Schafherde in den Stall, genauso wie in meinem Traum.
    
    Das Mädchen blickte auf und sah mich, stand auf und kam lächelnd auf mich zu. „Willkommen, schön dass du da bist!" Sie küsste mich zärtlich auf den Mund, ich stand stocksteif da, bewegungsunfähig und fühlte ein Prickeln auf den Lippen, da wo sie mich geküsst hatte. „Vielen Dank das du mich gerettet hast, ich hätte mich verletzen können!" Sie nahm mich in die Arme und drückte mich an sich. „Es war sehr mutig von dir, wie du ...
    ... Galeb beruhigt hast, verstehst du was von Pferden?" Ich krächzte: „Ja, ich habe selber welche. So ein Zufall, mein neues Pferd heißt auch Galeb."
    
    „Ich bin Maria, wie heißt du?", fragte sie lächelnd. „Ich heiße Gianni", antwortete ich, immer noch mit einem Kloß im Hals. „Komm mit, du hast bestimmt Hunger und Durst, ich mache uns was zu essen." Sie nahm mich an die Hand und führte mich in die Küche, die genauso aussah wie unsere, nur die modernen Möbel fehlten. Sie schnitt Brot, Schinken und Käse auf und füllte Gläser mit dunkelrotem, schwerem Rotwein.
    
    Ich fragte, bevor ich mir ein Brot nahm: „Was ist hier los? Wer hat eben mit Maschinengewehren geschossen?" Sie erwiderte stirnrunzelnd: „Der Schlag auf den Kopf mit dem Huf war wohl stärker, als ich vermutet habe. Du kannst dich wirklich an nichts erinnern? Du bist italienischer Soldat, und ihr haltet die Insel seit zwei Jahren besetzt, aber jetzt hat Italien kapituliert." Ich wollte erwidern, dass ich die Militärsachen nur zur Arbeit mit den Pferden trage und nicht einmal Wehrdienst geleistet habe, blieb aber still, sie hätte mir sowieso nicht geglaubt, und schon gar nicht, dass ich aus der Zukunft komme. Sie fuhr fort: „Das Festland ist von den Deutschen besetzt, die eine faschistische Marionettenregierung eingesetzt hat, die Ustascha, die durchkämmen nun die Insel, um die abtrünnigen Italiener einzufangen und zu internieren!"
    
    Mir rutschte das Herz in die Hose, wenn ich gefangen würde, käme ich nie wieder in mein altes ...
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