1. Giannis Traum


    Datum: 16.08.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,

    ... jeden Winkel, schmatzend verschlangen wir uns, als wenn es kein Morgen geben würde. Das Blut pochte in meinem Schwanz, der knochenhart meine Hose zu sprengen drohte, und in meinem Kopf, wo sich unter dem Verband eine prächtige Beule gebildet hatte.
    
    „Maria! Wo bist du?", schallte es von draußen. Hastig löste sie sich von mir und sagte triumphierend: „Siehst du, es geht doch. Ich bekomme immer, was ich will!" Ihre Mutter erschien in der Tür und sah mich mitleidig an, sie sagte: „Hast du immer noch Schmerzen, du siehst sehr mitgenommen aus. Nochmals Danke, dass du das Pferd festgehalten und Maria geholfen hast." „Maria, wir haben den Karren schon beladen und das Pferd eingespannt, bringst du bitte die Sachen zum Hafen, damit das Boot sie mitnehmen kann zum Markt auf dem Festland", sagte sie dann zu Maria gewandt.
    
    Auf dem Hof stand das Gespann bereit zur Abfahrt, beladen mit den Tomatenkisten, Kohlköpfen und Kartoffelsäcken. „Kommst du mit?", fragte Maria, „du kannst mir beim Abladen helfen." „Ist das nicht zu riskant, nicht dass ich verhaftet werde", wandte ich ein. „Nein, mit dem Verband um den Kopf siehst du aus wie ein Verwundeter auf Heimaturlaub, und durch die blonden Haare siehst du nicht wie ein Italiener aus." Sie ging ins Haus und kam mit einer Schiebermütze zurück, „hier nimm die, dann siehst du aus wie einer von uns!"
    
    Wir stiegen auf den Kutschbock, Maria schnalzte und das Pferd trabte los. Am Hafen bot sich mir ein ungewohntes Bild, es gab nur wenige ...
    ... Häuser. Wo in der Gegenwart alles mit Ferienwohnungen bebaut war und sich Geschäfte an Restaurants reihten, erstreckten sich noch verdorrte Wiesen, auf denen Schafe und Ziegen grasten, auch das Restaurant, in dem ich mit Paola essen war, gab es noch nicht.
    
    Im Hafen herrschte reges Treiben, von einem Dampfer strömten deutsche Soldaten auf die Mole und stellten sich abmarschbereit auf, von Landungsbooten rollten Motorräder, LKW und gepanzerte Fahrzeuge an Land. „Lasst uns hier schnell wieder verschwinden", raunte mir Maria zu, nachdem wir den Lastkahn gefunden hatten, der unsere Fracht mitnehmen sollte. Maria lenkte das Gespann sicher durch die Mengen von Menschen und Kriegsmaterial, niemand beachtete uns, zum Glück.
    
    Hinter dem Ort ließ Maria das Pferd galoppieren, zu Hause berichtete sie aufgeregt in der Küche von den Dingen, die wir gesehen hatten. Marias Tante sprang auf und rief: „Die Deutschen kommen? Dann müssen wir schnellstens unsere Leute alarmieren, damit sich der Widerstand formieren kann!", und lief aus dem Haus. „Könntet ihr bitte noch die Schafe zur Tränke führen?", bat uns Marias Mutter. „Sicher, kommst du?", forderte sie mich auf, nahm meine Hand und zog mich nach draußen.
    
    Wir trieben die blökende Herde über einen von Steinmauern begrenzten Feldweg durch Felder und Olivenhaine bis wir den mir bestens bekannten Ort erreichten, da wo Paola und ich die Pferde bei unserem Ausritt vor einigen Monaten getränkt hatten. Die Tiere stürzten sich sofort auf das Wasser, ...
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