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Ein Gülden Herz 06 - Lernen
Datum: 05.10.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,
... in seinem Wasser, oder auf einer Decke am Ufer. Zumindest, wenn es nicht regnete, und das Wasser des Sees noch warm genug war. Gunda hatte keine Mühe, zu erraten, was wir dort am oder im See trieben, denn meist kamen wir recht müde von unserem "Spaziergang" zurück und fielen nach dem Abendbrot schnell ins Bett, ohne Geräusche zu machen. Und Emmi hatte am nächsten Morgen immer nur Ohren und Schweif. Was mich in diesem Frühsommer noch beschäftigte, war unser Bett. Das baute ich größtenteils schon in den ersten Wochen bei Fritz, wenn er nicht gerade wichtigere Arbeiten für mich hatte. Bald waren nur noch die Feinarbeiten zu erledigen. Als es langsam Gestalt annahm, kam Emmi täglich bei Fritz vorbei, um zu sehen, wie weit ich war. "Und, welche Farbe soll es haben?", fragte ich sie. Ohne Worte sah sie einen Topf Farbe, die ihr gefiel, schnappte sich noch einen Pinsel und legte los. Dunkelblau, das war ihre Wahl. "Was soll denn das?", protestierte Fritz, aber ich hielt ihn auf. Ich dachte mir nur, vielleicht gibt es etwas Lob für ihre Arbeit, und zukünftig vielleicht ein paar Malerarbeiten für sie, aber für Emmi war es eine Leidenschaft, das sah man ihr an. Das Ergebnis von Emmis Arbeit bewunderte Fritz am Abend: "Gute Arbeit! Willst du das öfter machen?". "Das ist doch noch gar nicht fertig.", wunderte sich Emmi, "Morgen komm' ich wieder.". Damit gab sie mir noch ein Küsschen und lief gut gelaunt aus der Werkstatt zurück zu Gunda. Fritz sah ihr nur fragend hinterher, ...
... während ich weiter am Bett arbeitete. "Was meint sie damit, 'Das ist noch gar nicht fertig'? Ist doch schon komplett gestrichen.". Ich konnte nur lachen: "Warts ab!". Am nächsten Tag war die Farbe getrocknet, und kein einziger Pinselstrich auf der Oberfläche zu sehen. Diesmal schnappte sich Emmi bei ihrem Besuch in der Werkstatt gleich mehrere Farbeimer und Pinsel und begann zu malen. Bald war das Kopfteil des Bettes überzogen mit Schnörkeln, an denen sich Blumenranken entlang wanden und alles sah aus, als würde es aus der glatten Oberfläche des Holzes hervorsprießen. Als es fertig war, stand Fritz mit offenem Mund davor: "Was wollt ihr für das Bett? Ich könnte es gut verkaufen.". Ich wollte gerade den Mund aufmachen, aber Emmi lehnte schnell ab: "Nein, das ist unser Bett. Das ist unverkäuflich. Aber wenn du Jakob noch eins machen lässt, kann ich das ja auch bemalen. Sagen wir für ein schönes, großes Stück Speck?". Fritz war sofort einverstanden. Emmi gab mir wieder einen Kuss, und flüsterte dann in mein Ohr: "Ich kanns kaum abwarten, das Bett einzuweihen.", und mit einem Lachen hüpfte sie wieder aus der Werkstatt und war verschwunden. Eine Woche später war das Bett fertig, und Fritz half mir dabei, es bei Gunda aufzubauen. Eigentlich wollte er aber nur sehen, wie es zusammengebaut aussah, und ob es fest stand. Aber er war begeistert, als er es schließlich sah. Nichts wackelte, oder knarzte. Aber das schien ihm egal zu sein. Viel mehr interessierte er sich für die ...