1. Die Abenteuer der Maya Klein 14


    Datum: 07.11.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... kurzen Eindruck geben?"
    
    Maya sah zu ihr rüber, blickte auf den Toast in ihrer Rechten, dann legte sie ihn auf den Grill zurück und stimmte zu. „Bitte nicht so lange, okay?"
    
    Die Psychologin trat an sie heran. „Sie scheinen großen Hunger zu haben."
    
    „Das ist für mich normal." Maya blickte unsicher auf das Gesicht der Frau herunter. Sie spürte deutlich, wie sie analysiert wurde, und das gefiel ihr nicht.
    
    „Sie sind sehr gefasst, erstaunlich nach solch einer Mission."
    
    „Ich habe das getan, was von mir erwartet wurde. Warum wollen Sie unbedingt, dass es mir schlecht geht?"
    
    Die Psychologin schien über ihre Worte zu sinnieren. Etwas mausgrau gekleidet, war das einzige markante Merkmal ihrer Erscheinung das kunterbunte Brillengestell.
    
    „Sie wirken völlig ausgeglichen und ruhig, das ist ungewöhnlich. Normalerweise müssen Menschen solch ein Handeln erst verarbeiten. Viele sind auch traumatisiert."
    
    Maya sah die Frau aufmerksam an. „Ich hatte schon zuvor die Gelegenheit, wie Sie bereits wissen."
    
    Frau Schmelzer nickte. „Ja und Sie sind siebzehn Jahre alt. Dafür werden sich gewisse Leute verantworten müssen."
    
    „Und Sie verantworten den Tod der Menschen, denen ich künftig nicht mehr helfen kann?", fragte Maya leise.
    
    „Das dürfen Sie so nicht sehen!", erwiderte die Frau gereizt.
    
    Maya griff jetzt doch nach dem Toast und hob ihn an ihre Lippen. Er war schon ziemlich braun geworden. „Und warum nicht? Es ist der Kern, der meinem Handeln einen Sinn gibt. Menschen zu ...
    ... schützen, meine ich. Anscheinend mache ich das richtig gut."
    
    „Sie töten dabei! Eine Minderjährige!", erwiderte die Polizeipsychologin.
    
    „Ich rette dabei Vätern das Leben. Zumindest haben Sie mir das gesagt. Ich habe sogar Fotos von ihnen bekommen, von ihren Frauen und Kindern." Maya wollte zu ihrem Handy greifen, doch die Frau winkte ab.
    
    „Ich kann das nicht verantworten, Frau Klein! Wirklich nicht. Sie stehen für mich im Fokus, nicht die Männer, die bereit sind, diese Verantwortung zu tragen." Schmelzers Stimme klang gereizt.
    
    „Aber woran machen Sie es fest, dass ich nicht mehr dienstfähig sein könnte? Zeige ich Symptome?"
    
    Schmelzer sah sie an, dann verneinte sie. „Gerade das macht mir bei Ihnen Sorge. Ich kann Sie nicht einschätzen. Sie reagieren überhaupt nicht so wie andere Menschen."
    
    „Aber dass ich mich von anderen Menschen unterscheide, ist Ihnen aufgefallen?", gab Maya zu bedenken. „Ich wäre gerne normaler, bin es aber nun einmal nicht."
    
    „Hallo Frau Schmelzer! Finden Sie nicht, dass dies der falsche Zeitpunkt ist, Frau Klein zu verhören?", fragte von der Flurtür aus Frau von Krolm. Sie trat in den Raum und betrachtete die beiden Frauen nachdenklich.
    
    „Das können Sie wohl kaum beurteilen, Frau von Krolm", erwiderte die Psychologin aggressiv.
    
    Die Einsatzleiterin lächelte. „Stimmt, nach fast dreißig Jahren Dienstzeit wohl kaum möglich. Wie lange sind Sie jetzt bei der Polizei?"
    
    „Seit einem halben Jahr und das wissen Sie. Aber ich habe meinen Job ...
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