1. Die Abenteuer der Maya Klein 14


    Datum: 07.11.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... der Wachen Erichs Cousin zum Schweigen gebracht.
    
    Wieder kreischte der Kollege auf. Seine Schmerzrufe drückten eine Form von Leid aus, wie er sie so noch nie vernommen zu haben glaubte. Mustafa wurde übel. Er war der Letzte, den sie auf ähnliche Weise behandeln würden.
    
    Die nächsten Minuten wurden auch für ihn zur Folter. Er suchte an Freunde und Familie zu denken, aber mit jedem Kreischen, Winseln und Rufen Erichs wurde er wieder in die Realität zurückkatapultiert.
    
    Schnelle Schritte wurden laut, dann wurde die Tür aufgerissen. Aufgeregte Stimmen wurden hörbar, leider in Französisch, einer Sprache, die Mustafa kaum beherrschte.
    
    Die Stimmen der Männer klangen besorgt, diesmal kreischte eine Stimme laut und deutlich.
    
    Würde man sie jetzt erschießen? Mustafa wurde es bleischwer.
    
    De Vries drückte noch einmal die beiden Elektroden gegen die Brust seines Opfers, das an seinen Handgelenken gefesselt über einen Drahtseilkran zur Garagendecke hinaufgezogen worden war. Dessen Körper bäumte sich auf, Rauch stieg über den Stellen auf, wo das Metall das Fleisch berührte, begleitet von einem Geruch nach Verbranntem. Nach langen Sekunden ließ er ab, hörte das Geröchel des deutschen Polizisten, dann näherte er sich erneut mit den Kontakten dessen Haut.
    
    Unverständliches Flehen und Kreischen, so laut, dass es ihm in den Ohren wehtat. Musik für den Niederländer. In diesem Moment glaubte er die Wärme seines Sohnes zu fühlen. Er würde sich Zeit lassen und diese Schweine ...
    ... nach und nach zerstören. Über Stunden hinweg, bis sie sich nichts sehnlicher wünschten, als zu sterben.
    
    Ein junger Mann trat durchs Tor. Gekleidet in ein Jagdwams wie alle anderen seiner Männer auch. „Gabriel!" Die Stimme klang panisch. „Jemand beschießt die Autos!"
    
    De Vries fuhr herum und starrte seinen Komplizen an. „Was redest du? Das Bullenschwein hat die ganze Gegend absperren lassen."
    
    Er wandte sich unschlüssig seinem Opfer zu, dann reichte er die Elektroden an einen kräftigen Kerl mit Glatze weiter.
    
    „Soll ich weitermachen?", fragte dieser.
    
    „Nein! Gönn ihm die Pause! Ich bin gleich wieder da."
    
    De Vries folgte dem Jungen, sah sich um, doch schien in der Burg alles normal zu sein. Die Wachen nickten ihm zu, zeigten aber besorgte Blicke. Anscheinend hatten sie schon Kenntnis darüber, dass etwas passiert sein musste.
    
    Sie eilten durch das Torhaus, überquerten die Brücke und nahmen die Treppe hinunter zum Vorplatz. Dort sah De Vries an zwei Autos Rauch aufsteigen, während die anderen völlig unbeschädigt aussahen. Vielleicht war es besser, sich in die Burg zurückzuziehen?
    
    Er überblickte das Vorgelände. Die breite Rasenfläche zum Zaun hin war gut überschaubar, nur die Allee der Zufahrt hatte Bäume, die die direkte Sicht auf Teile des Geländes verdeckten.
    
    Sollte er es wagen und zu den Fahrzeugen hinunterlaufen? Er zögerte, wollte aber vor seinen Männern keine Schwäche zeigen. So nahm er die Treppe und lief die Reihe der abgestellten PKW entlang.
    
    Er ...
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