1. Die Abenteuer der Maya Klein 14


    Datum: 07.11.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... Innenhof stehend, deutete sie auf das offenstehende Tor einer Garage. Bommel sicherte in diese Richtung und fand eine weitere Leiche.
    
    „Einsatzstelle von Krolm für Gruppe Klein. Haben das Chateau ohne Widerstand erreichen können. Es gab Tote durch Ersteinsatz."
    
    „Danke von Krolm. Verstärkung ist unterwegs. Sie wird in wenigen Minuten bei Ihnen abgesetzt werden. Kollegen vom belgischen Militär und dem KSK unterstützen Sie."
    
    Melissa dankte und wandte sich zu ihrem Kollegen um, der neben einem stämmigen Mann kniete, der auf dem Boden lag. „Funk geht wieder!" Schockiert bemerkte sie das Gesicht des offensichtlich Toten. Es schien zu Bommel aufzublicken, obwohl der Leib auf dem Bauch lag.
    
    Melissa zog ihr Handy und suchte sich auf der Lagekarte zu orientieren. Vierzehn rote Kreuze zählte sie im Grundriss des Chateaus. Dann ein großer Kreis mit einem U1 im rechten oberen Eck des Gebäudes.
    
    „Bommel! Ich habe ein Ziel! Komm jetzt! Wir müssen das Türmchen finden."
    
    „Nimm mir den Helm ab! Bitte! Ich bekomme keine Luft mehr", flehte der Kollege.
    
    Melissa reagierte genervt, blieb stehen und kehrte schließlich um. Sie half Bommel dabei, die Gesichtsmaske abzunehmen und den schweren Helm von der Rüstung zu lösen.
    
    Der Mann war kreidebleich! Sie konnte gerade noch zur Seite treten, da erbrach er sich auf den Boden. In seiner jetzigen Verfassung war er zu gar nichts zu gebrauchen.
    
    „Bleib hier! Ich sehe mir das alleine an. Schick mir unsere Verstärkung nach, wenn sie ...
    ... eingetroffen ist."
    
    Bommel wollte sich aufrichten, aber Melissa schüttelte den Kopf. „Nein! Ist schon gut. Kannst nichts dafür." Ihre Stimme klang jetzt weich und verständnisvoll. „Konntest du nicht ahnen."
    
    Er nickte kurz, dann hatte sie sich schon umgedreht. Mit nach vorne ausgerichtetem Maschinenkarabiner sicherte sie den Eckeingang, zielte in die benachbarten Räume, fand aber nichts Auffälliges. Nur im Treppenaufgang zur oberen Etage konnte sie ein unnatürlich angewinkeltes Bein erkennen, sowie Blut, das die Treppenstufen herunterrann.
    
    Sie löste sich von diesem Anblick, nahm den Abstieg und lauschte dabei angestrengt. Stimmen waren zu hören! Sie sprachen Deutsch!
    
    „Sagen Sie mir, wer das gewesen ist! Wer hat all meine Männer getötet?", hörte sie eine Stimme mit niederländischem Akzent, dann trat sie durch eine Türöffnung. Zwei Männer lehnten reglos an der Wand, die mit großen Blutmalen bedeckt war. Ihre Schädel waren fragmentiert und nur noch in Teilen erkennbar.
    
    Sie überstieg einen Mann, der mit mehreren Kabelbindern gefesselt vor ihr auf dem Boden lag. Sie kannte ihn nicht. Also wollte sie seine Fesseln auch nicht lösen.
    
    So ging sie auf den größten der Gefangenen zu. Es musste sich bei ihm um Erich oder Jürgen handeln. Er lag auf der Seite und versuchte sich immer wieder aufzurichten, doch wollte es ihm nicht gelingen. Melissa senkte jetzt ihr Gewehr, zog ihm die mit Blut getränkte Haube vom Kopf herunter und griff dann zu ihrem Kampfmesser, um seine Fesseln ...
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